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Präventive personalisierte Medizin > Analyse und Vorgehensweise bei Übergewicht > 

Ablauf und Preise der Gewichtsbehandlung

Bei Wunsch nach Gewichtsbehandlung können wir nach folgendem Plan vorgehen:

1. Termin (ca. 1 Stunde Zeitaufwand):

  • Erhebung der Daten und Durchgehen des Fragebogens
  • Abnahme einiger Laborparameter
  • Anlegen des Armbands zur Bewegunsanalyse und Messung des Kalorienverbrauchs für 1-7 Tage

Dokumentieren ihrer Nahrungsaufnahme und die Begleitumstände über max. 1 Woche durch Sie mittels speziellem Ernährungsprotokolls


2. Termin
(ca. 1 Stunde Zeitaufwand):

  • Auswertung der Ernährungs- und Bewegungsanalyse
  • ggf. Untersuchung weiterer Laborparameter je nach Datenlage


3. Termin
(ca. 1 Stunde Zeitaufwand):

  • Besprechung aller Ergebnisse 
  • Erstellung eines individuellen Plans für die folgenden 3 Monate

 

Zwischendurch monatlich mindestens eine Kontaktaufnahme und Zwischenbesprechung per E-Mail oder Telefon.

Der Preis für das komplette Programm beträgt 300.- EUR plus zusätzliche Kosten für mit Ihnen abgestimmte Labortests.

 

So analysieren wir bei Übergewicht

Die grundsätzliche Frage ist: Warum wollen Sie abnehmen?

  • wegen des Aussehens?
  • wegen Unbequemlichkeit im Alltag?
  • wegen Schmerzen?
  • wegen Diskriminierung?
  • wegen des Partners?
  • wegen Nachteilen für die Gesundheit?

 

Sind Sie überhaupt übergewichtig?

Gewichtstabellen und der sog. BMI (Body Mass Index) haben gravierende Fehler: Es gibt Menschen mit kräftigerem Körperbau und solche die schmäler gebaut sind. Dies wird nicht berücksichtigt. Ebensowenig fließt die ethnische Herkunft in die Berechnungen des Normgewichts ein. Man kann z.B. Nordeuropäer nicht mit Südasiaten vergleichen. Daher haben wir einen neuen BMI eingeführt.

Außerdem sagt das Gewicht alleine nichts aus über die Figur. Zwei Menschen können das gleiche Gewicht bei gleicher Größe haben, der eine ist dabei athletisch gebaut und der andere eher adipös. Dies hängt von der Fett- und Muskelzellmasse ab. Die Bestimmung des Fettgehalts in Prozent der Körpermasse ist also wichtig. Dies tun wir mit Bio-Impedanz. 

Zudem ist die Fettverteilung im Körper entscheidend. Handelt es sich eher um Unterhautfettgewebe, harmlose Fettpolster an dafür typischen Stellen oder um den sog. Bierbauch mit dem gefärlichen intra-abdominalem Fett. Dafür gibt es Infrarot-Messgeräte.

 

Ein Wort zum Cholesterin:

Auch hier liegen die Spanier nicht am niedrigsten. Eine Dänische Studie hat im Januar 2008 gezeigt, dass Schlaganfälle signifikant leichter verliefen bei Patienten mit höheren Cholesterinwerte als bei solchen mit niedriegeren Werten. Cholesterin ist also als einziger Risikofaktor eventuell gar nicht so gefährlich, wie man bisher annahm. Man sollte dies zum Anlass nehmen, sich ggf. nicht mehr nur noch mit fettreduzierten Lebensmitteln zu ernähren, zumal die Cholesterinspiegel sich durch die Nahrung nur kurzfristig beeinflussen lassen.

 

Warum sind Sie übergewichtig?

  • wegen Ihrer Gene und Veranlagung?
  • wegen Ihrer Ernährung?
  • wegen Ihres Metabolismus und ihrer Verdauung?
  • wegen Ihres Lebensstils?
  • wegen Bewegungsmangel?
  • wegen Stress?
  • wegen Ihrer Hormone (Cortisol, Östrogene, Schilddrüse, Ghrelin (Appetithormon) Insulin und viele andere)?
  • wegen einer zugrundeliegenden Erkrankung?
  • wegen einer Imbalance ihrer Grundbedürfnisse?
  • wegen zuvieler Diäten?


Meist ist es eine Kombination aus mehreren Ursachen. Eine entscheidende Rolle kommt allerdings ihren Genen und ihrem Metabolismus zu. Viele Adipöse essen deutlich weniger, als Schlanke. Aber gleich welche Diät die Übergewichtigen halten, ihr Darm nimmt Nahrung einfach viel effizienter auf.

Jedes Gram der Nahrung wird resorbiert, nichts verschwenden die Körper der Übergewichtigen. Je mehr Diät und Hungern, umso effizienter wird die Nahrung verwertet. Die Gefahr ist dennoch, dass Diäten zu Mangel an bestimmten Inhaltsstoffen führen. Zusätzliche Gefahr besteht durch eine zu schnelle Gewichtsabnahme, da über Jahre gespeicherte Umweltgifte (z.B. Pestizide) in hoher Konzentration aus dem Fettgewebe in das Blut gelangen können, wo sie mehr Schaden anrichten, als in den Fettdepots.

Das kann manche Befindlichkeitsstörung während einer Diät oder Fastenkur erklären. 

Der Jojo Effekt nach einer Diät ist die logische Konsequenz unseres Körpers, der unbewußt alles tut um nicht wieder hungern zu müssen. Dies erklärt die Zunahme des Jojo Effekts nach jeder weiteren Diät. Inwieweit die Hormone Ghrelin (steigert den Appetit) und PYY3-36 (unterdrückt den Appetit) dabei eine Rolle spielen, unserem Körper die richtigen Signale zu geben, ist noch nicht völlig geklärt. 

All das bedeutet, das wieder einmal die Individualität des einzelnen Menschen bei der Beurteilung und Ursachensuche von Übergewicht berücksichtigt werden muss. Das gilt dann umso mehr für die Behandlung.

Ernährungsberatung nach starrem Schema, Empfehlungen wie fünf Mal am Tag Obst und Gemüse sind einfach Unsinn! Welches Naturgesetz hat uns solche Vorgaben gemacht?

Die Evolution hat uns nicht für solche Bedingungen "entwickelt". Vom Fleischfresser haben wir uns nur langsam zum Allesfresser entwickelt und dies gelang nur mit Tricks: der Entwicklung von Verfahren, viele Pflanzen für unseren Darm durch Vorbehandeln und Veredeln verdaubar zu machen.

Der Schlüssel zum Abnehmen ist meiner Ansicht nach, das sich Besinnen auf diese uralten Erfahrungen, eben der gesunde Menschenverstand, und der liegt in unserem Bauch. Hören Sie auf ihn? Nein? Dann hören Sie in Zukunft besser auf ihn!

 

Messung des Kalorienverbrauchs bei Übergewicht

Abnehmen mit Sensorband: Übergewicht vorbeugen

Wissenschaftler der Technischen Universität Braunschweig haben untersucht, wie man die tägliche Bewegung von Schulkindern verbessern kann, um Übergewicht und Gesundheitsrisiken vorzubeugen. 01.05.2008

Mit diesem Sensorband lässt sich der tägliche Energieumsatz messen

Dazu nutzten sie „assistierende Gesundheitstechnologien“. In diesem Fall sind das kleine Sensoreinheiten, die einfach am Körper befestigt werden können. Sie zeichnen die Bewegungsmuster so auf, dass sowohl die Forscher als auch die Schülerinnen und Schüler selbst sie sehen und bewerten können.

Mit neusten Sensortechniken können die Jugendlichen ihre tägliche Energieumsatzrate bestimmen und sich mit Computerprogrammen im Sinne eines Selbstmanagement- Ansatzes über ihre Werte informieren. Das führt zu einem besseren Verständnis für den eigenen Körper, regelmäßigerer Bewegung und mehr Spaß am Training - wichtige Bausteine für die Gesundheitsförderung und Prävention von Übergewicht. Das Programm hilft bei der Selbsteinschätzung und kann auch kleine Erfolge sichtbar machen. Dadurch stärkt es die Motivation, langfristig ein aktives Leben zu führen.

Signifikante Veränderungen beim Body-Mass-Index der Probanden bestätigen, dass durch den Einsatz assistierender Gesundheitstechnologien eine Veränderung im Verhalten der Jugendlichen möglich ist. Mit cyberMarathon ist es gelungen, ein wirksames Präventionskonzept gegen Übergewicht und Adipositas zu entwickeln. Die Studien wurden unter anderem vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover entwickelt. Der Grund: Schuleingangsuntersuchungen belegen ein Übergewicht bei zehn bis 12 Prozent und eine Adipositas bei vier bis sechs Prozent der Kinder.

Der Trend setzt sich im Erwachsenalter fort. Zwischen 1985 und 2002 stieg die Häufigkeit der Adipositas von 16 auf 23 Prozent bei den 25- bis 69-Jährigen an. Folgeerkrankungen des Übergewichts wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes manifestieren sich häufig schon im Kindes- und Jugendalter. "cyberMarathon" widmet sich besonders den Schülerinnen und Schülern mit erhöhtem Adipositas-Risiko, die also zum Beispiel sportlich weniger talentiert sind oder übergewichtige Eltern haben.

MEDICA.de (Quelle: Technische Universität Braunschweig)

 

Zusammenfassung unseres Vorgehens bei Übergewicht

Erhebung ihrer detaillierten Anamnese, Familienanamnese, Persönlichkeit und Ihres Lebensstils

Klinische Untersuchungen (alle nicht invasiv)

  • BMI
  • BMI-K
  • Körperfettbestimmung (Bioimpedanz) inklusive Viszeralfettanteil und Bauchfett
  • Körperkonstitution durch Messung des Handgelenksumfangs
  • Verhältnis des Umfangs von Hüfte zu Taille
  • Messung des Umfangs der Oberschenkel, Unterschenkel, Oberarme, Unterarme, Hals, Brust und Gesicht
  • Manuelle Untersuchung des Abdomens
  • Pulsrate am Morgen: ein kontinuierlicher Abfall ist das wichtigste Zeichen für einen trainierten Fettmetabolismus. Erklärung: verminderte Cortisolwerte als Konsequenz verbesserter aerober Kapazität.
  • Puls in Ruhe mind. 15 Minuten nach physischer Aktivität am Tage (sollte unter 80/min sein)
  • So genannter Ownindex-Fitness-Test durchgeführt in Entspannung (nach Polar F55)
  • Ownrelax-Test bestimmt Ihren Entspannungszustand
  • Puls-Index
  • Blutdruck in Ruhe und nach Belastung
  • Messung ihres Kalorienverbrauchs über einige Tage 24h 
  • Erstellung ihrer Energiebilanz (Kalorienaufnahme geteilt durch Kalorienverbrennung)

 

Spezielle Ernährungsanalyse mit detailierten Fragen bezüglich

  • Essgewohnheiten
    • Wie schnell werden Sie satt?
    • Sind große oder kleine Portionen die Regel?
    • Wie oft am Tag essen Sie?
    • Wie lange können Sie ohne Essen auskommen, ohne dass es unangenehm für Sie ist?
    • Wann und wo essen Sie? Wie regelmäßig?
    • Frisch, selbst zubereitet, Mikrowelle?
    • Welche Kochverfahren bevorzugen Sie? Braten, Dämpfen, Kochen? 
    • Was für Kochgeschirr verwenden Sie? (Beschichtete gute Pfannen brauchen weniger Öl und Fette, Dämpfen ist am schonendsten).
    • Qualität der Lebensmittel: Wo kaufen Sie ein? Supermarkt? Bauernmarkt? Biomarkt? Delikatessengeschäft?
    • Wie lange Essen Sie? Haben Sie Zeit für das Verdauen?
    • Essen Sie alleine oder in Gesellschaft
    • Fühlen Sie sich nach dem Essen oft zufrieden oder nur satt bzw. unzufrieden und hungrig? Wie ist Ihre Stimmung nach dem Essen?
    • Essen Sie mit Appetit oder mit schlechtem Gewissen?
    • Nehmen Sie Süßstoffe?
    • Essen Sie meist Fettreduziertes?
    • Beachten Sie die Angaben auf den Etiketten von Lebensmitteln?
    • Haben Sie öfter Verdauungsprobleme? Welche?
    • Nehmen Sie bei Stress zu?
    • Ist Ihr Stuhl voluminös oder relativ wenig?
    • Wie hat sich Ihr Gewicht seit der Kindheit entwickelt?
    • Haben Sie bereits Diäten versucht? Welche und mit welchem Erfolg?
    • Was trinken Sie bevorzugt? Wieviel Alkohol pro Woche?
    • Wieviel schlafen Sie?
    • Wieviel TV und welche Programme sehen sie?
    • Fühlen Sie sich gestresst? 
  • Mikro-und Makronähstoffanalyse
  • Kalorienaufnahme
  • Älteren Fotos des Patienten, wenn möglich auch aus der Kindheit
  • Gewichtsdaten und Fotos der Familie (Eltern, Großeltern, Geschwister, Kinder etc.)
  • Gewichtsdaten der engsten Freunde

 

Bewegungsanalyse

  • Schrittzählung
  • Muskelgeschwindigkeit
  • Muskelkoordination
  • Bestimmung Ihres täglichen Durchschnittswertes an metabolischen Aktivitäts-Einheiten (MET) nach dem Kompendium physischer Aktivitäten (CDC, Center for Disease Control)
  • VO2 max (Maximale O2 Kapazität)
  • Stufentest 
  • Kalorienverbrauch 24/7
  • Kalorienverbrauch mit Fettverbrennungsanteil (OwnCal nach Polar)
  • Bestimmung der Energiebilanz 24/7 (Kalorienaufnahme geteilt durch Kalorienverbrennung

 

Laboruntersuchungen

  • Hormone:
    • Cortisol im Speichel,8.00 14.00, 20.00 ggf. auch 2. Morgenurin
    • Schilddrüsenhormone TSH T3 T4
    • Ghrelin Hormon (das Appetit Hormon)
    • PYY3-36 (Gegenspieler des Ghrelins)
    • Leptin (Hormon des Fettmetabolismus)
  • Blutfettanalyse:
    • HDL,LDL, Gesamtcholesterin,
    • Triglyzeride
    • Lipoprotein (a)
  • Risikofaktoren:
    • Homozystein,
    • Hs-CRP
    • oraler Insulin- und Glukosebelastungstest,
    • HbA1c
    • Homa Index
  • Nahrungsmittel-Intolerenztests auf IgG Basis:
    • Fruktose, Laktose, Histamin Gluten Unverträglichkeitstests
    • 300 weitere Lebensmittel
  • Eventuelle Gen-Polymorphismus-Diagnostik bezüglich Ihres Metabolismus und Medikamentenverträglichkeit

 

Medikamentöse und chirurgische Behandlung von Übergewicht

Nur bei bestimmten genetischen Voraussetzung kann eine Therapie mit Medikamenten (z.B. Reductil oder Sibutramine, welche den Hunger unterdrücken) begleitend über kurze Zeit sinnvoll sein. Ansonsten ist davon eher abzuraten. Ebenso von kosmetisch-chirugischen Eingriffen mit hohem Nebenwirkungspotenzial.