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Reisemedizin und Tropenmedizin > Impf-Beratung, Impfungen, Gelbfieberimpfstelle, Preise und Erstattung durch Krankenkassen > 

Reisemedizinische Impfungen und Beratung

Bei unseren Empfehlungen für medizinische Vorsorge auf Reisen und Reiseimpfungen versuchen wir dies waehrend einer Impfberatung auf ein vernünftiges Mindestmaß zu beschränken.

Auch wenn eine Impfung bzw. Impfungen in bestimmten Fällen sehr sinnvoll sind, so wird doch viel aus Angst und nicht immer rationalen Gründen geimpft und manchmal auch überimpft.

Wenige Reisende haben genug Wissen, um das Krankheitsrisiko und das Impfrisiko selbst real einschätzen zu können. Auch Tropenärzte und reisemedizinisch fortgebildete Ärzte können es nicht in allen Situationen. Wir können nicht voraussehen, unter welchen individuellen Umständen Sie reisen werden. Daher werden die üblichen Impfempfehlungen und Ratschläge zu Impfungen von Ärzten eher konservativ sein, auf der sogenannten "sicheren Seite". Auch in Reiseführern werden Sie in den Kapiteln zu Impfempfehlungen, medizinischen Ratschlägen und Beratung immer nur offizielle Standard-Informationen lesen. Kein Autor wird einen eigenen Kommentar zu medizinischen Risiken oder Impfrisiken wagen und ggf. das Weglassen einer Impfung raten. 

Diese sichere Seite kann allerdings so teuer werden, dass manche  Reisekasse durch die Impfungen bereits leer ist, bevor die Reise beginnt. Wir möchten Ihnen deshalb die eigene Abschätzung für Sie relevanter Risiken objektiv ermöglichen, bzw. leichter machen.

Eine gute reisemedizinische Beratung sollte nicht nur Impfungen und ihre Reiseapotheke beinhalten, sondern auch die kulturellen und landesspezifischen Eigenheiten der Region in Bezug auf Übertragungsrisiken  und die medizinische Situation zum Inhalt haben. Für vertiefte Einblicke haben wir daher den "Club für International Living und besondere Reisen" gegründet, der sich regelmäßig zum Informationsaustausch trifft und Reisen und verwandte Themen präsentiert und zu dem jeder eingeladen ist.  

Impfungen, nicht nur im Kindesalter, sondern auch bei Erwachsenen, sind nach wie vor wichtigste Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von vielen Infektionen. Einige Imfungen haben dazu das Potenzial Krebs zu verhindern, wie Hepatitis B gegen Leberzellkrebs oder HPV gegen Krebs des Gebärmutterhalses. Dennoch sollte man vorsichtig bei der Indikationsstellung sein, denn nicht immer werden alle Versprechen der Impfstoffhersteller gehalten.

Bestimmte Impfungen sind besonders wichtig vor Reisen in bestimmte Gebiete.

Andere Impfungen wie z.B. gegen Influenza und Pneumokokken haben einen großen Stellenwert bei Patienten mit nachlassender oder geschwächter Immunität, z.B. älteren Menschen, auch wenn sie nicht verreisen.

Neben Impfungen und Prophylaxe-Tipps, die nicht immer den Standard- Empfehlungen entsprechen müssen, sondern auf die Bedürfnisse des Einzelnen und dessen Situation eingehen, werden wir ihnen in unserem Impfzentrum in München gerne auch bei der Ausarbeitung ihrer Reiseroute in Hinblick auf gesundheitliche Risiken zur Verfügung stehen.

Wir beraten Sie auch gerne kurz zu den wichtigsten Themen rund um Impfungen am Telefon: 089-99013630.

Die reisemedizinische Beratung und Impfungen im Detail

Obwohl wir alle Impfungen durchführen können inkl. der Gelbfieberimpfung als staatlich anerkanntes Impfzentrum für Gelbfieber, vertreten wir einen gemäßigten ganzheitlichen Standpunkt: d.h. nur das, was wirklich nötig ist und in der gegebenen Situation Sinn macht. So ist für uns z.B. trotz viel Werbung aus der Industrie und deren Lobby, die Hepatitis A bei Kindern praktisch nie nötig und die Hepatitis B nicht bei jedem Erwachsenen. Auch raten wir noch zur Vorsicht bei neuen Impfungen wie der HPV, bei denen die Indikation immer noch streng gestellt werden sollte.

Die einzelnen Impfungen aus unserer Sicht:

  • Gelbfieber: Die Impfung wird meist nur wegen der Vorschriften in bestimmten Ländern durchgeführt. Gelbfieber ist dadurch eine seltene Erkrankung geworden mit Ausnahme von wenigen Gebieten Südamerikas und Afrikas. Die Verträglichkeit der Gelbfieber Impfung ist ausgezeichnet und daher kein Grund diese zu vermeiden.
  • Hepatitis B: sehr wichtig bei Jugendlichen wegen Übertragung durch Sexualkontakt. Schwere und häufige Erkrankung in vielen Ländern der dritten Welt. Wirksam, gut verträglich und zumeist sinnvoll.
  • Hepatitis A: wird zu oft geimpft, besonders bei Kleinkindern, wo die Erkrankung kaum schwer verläuft und keine Schäden hinterlässt. Erwachsene und ältere Jugendliche sollten dagegen die Hepatitis A Impfung grosszügiger durchführen lassen.
  • Typhus: bei nicht optimaler und nur relativ kurzer Wirksamkeit wird angesichts der niedrigen Fallzahlen und des geringen Risikos auf üblichen Reisen die Impfung gegen Typhus viel zu oft durchgeführt. Im schlimmsten Fall kann eine Typhus Erkrankung auch mit Antibiotika behandelt werden. Fazit: Nur selten wirklich nötig.
  • Cholera: Seit der Einführung des neuen Schluckimpfstoffes gegen Cholera hat diese Impfung an Bedeutung gewonnen insbesondere, weil sie wirksam scheint gegen einen häufigen Erreger der Reisediarrhö, ETEC. Dennoch, es gibt Alternativen.
  • Japan Enzephalitis: Diese Virusinfektion ist zwar geographisch recht ausgedehnt, führt aber nur in Ausnahmen zu schweren Infektionen. Die Impfung wurde gelegentlich mit Nebenwirkungen in Zusammenhang gesehen. Fazit: Nur in Ausnahmefällen bei bestimmten Reisen bzw. Reisenden sinnvoll
  • Tollwut: Da es sich um eine absolut tödliche Erkrankung handelt, muss sie bei Reisen in gefährdete Gebiete ins Kalkül gezogen werden, besonders wenn Kinder reisen, die nicht immer sagen, wann sie einen Risikokontakt hatten. Unbedingt daran denken und ggf. einplanen!
  • Tetanus, Diphterie, Polio: Diese Impfungen sollten besonders wegen der allgegenwärtigen Tetanusgefahr immer aktuell sein.
  • Masern, Mumps, Röteln sowie Keuchhusten: die Impfungen, die fast ausschließlich beim Kinderarzt durchgeführt werden, sollten auch dort bleiben.
  • Windpocken: werden zunehmend auch, bzw. gerade im Erwachsenenalter empfohlen. Meine persönliche Meinung angesichts dieser harmlosen Infektion ist zurückhaltend bzgl. dieser Impfung.
  • Humanes Papillomavirus: Diese Impfung macht bei jungen Frauen völlig Sinn, wenn stimmt, was die Brochüren versprechen. Die Impfung sollte angesprochen werden bei entsprechender Gelegenheit. Dies sollte den Frauenärzten vorbehalten sein (nur selten auch im Rahmen einer reisemedizinischen Beratung als Ergänzung). Der langfristige Nutzen dieser Impfung als Krebsimpfung wird sich jedoch erst in Jahren richtig zeigen, vorerst bin ich noch abwartend.
  • Pneumokokkenimpfung und Influenzaimpfung: Auf jeden Fall für Risikogruppen indiziert und viel zu selten durchgeführt. Der Schutz gegen Grippe muss nicht auf das folgende Jahr beschränkt sein. Erst kumulativ über Jahre wiederholt geimpft bringt die Grippeimpfung einen eher generellen Influenzaschutz mit sich, da die verschiedenen Subtypen and Antigene gewisse Kreuzimmunität vermitteln.
  • FSME und Meningokokkenimpfung: Die Meningokokkeninfektion als oft tödliche Erkrankung bei jungen Menschen, ist eine der wichtigen Empfehlungen nicht nur bei Reisen in exotische Länder, selbst in England ist die Rate doppelt so hoch wie bei uns. FSME dagegen, ist als typische Expositionsinfektion nach Zeckenbiss nur bei entsprechendem Risiko in bestimmten Endemiegebieten erforderlich.

Preise und Erstattung für Impfungen (Wer zahlt Impfungen und Prophylaxe?), Impfschema und Schutzdauer

Die meisten Impfungen und neuerdings auch Malariaprophylaxe) werden von den privaten und seit Januar 2009 auch von den meisten gesetzlichen Krankenkassen  teilweise oder sogar komplett (z.B. mhPlus oder TK) erstattet. Bei den Materialkosten fuer Impfstoffe sind dies in der Regel zwischen 70-90 %. Wir stellen unsere Rechnung fuer die jeweilige Versicherung so aus, dass Ihre Erstattung das Maximum betraegt. Bei uns koennen Sie die Erstattungssaetze ihrer Versicherung erfahren. Zudem orientieren sich unsere Impfstoffpreise an den guenstigsten Apothekenpreisen. Ausserdem entfaellt bei uns grundsaetzlich die Praxisgebuehr. Bei Studenten verzichten wir auf die Berechnung der aerztlichen Kosten. Manche Krankenkassen übernehmen 100 % der Kosten für alle Impfungen die vom Arzt als sinnvoll empfohlen werden und die direkt von ihm verabreicht werden und nicht über die Apotheke bezogen werden. (Preise beim Arzt manchmal günstiger als bei der Apotheke).

 

Tabellarische Auflistung unserer Preise, die Sie gerne mit anderen Anbietern vergleichen können:

 

Leistung

Schutzeintritt nach der Impfung in Tagen

Preis je Einheit

Impfschema

Nötige Termine vor der Reise

Schutzdauer nach kompletter Impfung
in Jahren

Beratung

 

0 - 20.- EUR *

 

1

 

Gelbfieber

10

35.- EUR

 

1

10

Hepatitis A

sofort

60.- EUR

2. Impfung nach 6 Monaten

1

10

Hepatitis A + Typhus

14

85.- EUR

2. Impfung nach 6 Monaten

1

10 / 3

Typhus

10

30.- EUR

 

1

3

Hepatitis B

ab 2. Injektion

65.- EUR

2. Impfung nach 4-6 Wochen

3. Impfung nach 6-12 Monaten

2

10

Hepatitis A + B

ab 2. oder 3. Injektion

75.- EUR

2. Impfung nach 4-6 Wochen

3. Impfung nach 6-12 Monaten

2

10

Tollwut

ab 3. Injektion **

55.- EUR

2. Impfung Tag 7

3. Impfung Tag 21

3

3 - 5

Meningitis A, C, Y, W

10

35.- EUR

 

1

3

Tetanus

10

20.- EUR

 

1

10

Tetanus Diphterie Polio

10

30.- EUR

 

1

10

Polio

10

20.- EUR

 

1

10

FSME

21

49.- EUR

2. Impfung Tag 7

3. Impfung Tag 21

3

3 - 5

Influenza, Grippe

10

25.- EUR

 

1

1 - 10

Cholera

7

55.- EUR

2. Impfung nach 1 Woche

1

2

Reiseapotheke Besprechung

 

25.- EUR

 

1

 

Reiseapotheke Ausleihen

Material im Wert von 350.- EUR ***

20.- EUR

 

1

 

Rezept

 

10.- EUR

 

1

 

Tetanus Immunitätstest

 

30.- EUR

 

1

 

Japanische Enzephalitis

14

55.- EUR

2. Impfung Tag 7

3. Impfung Tag 14

2 - 3

2 - 3

Malariatest

 

40.- EUR

 

 

 


* Abhängig von Gesamtbetrag (kostenlos ab 100.- EUR Gesamtumsatz)

** Hinweis: Nach einem Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier muss eine sofortige Wundreinigung erfolgen und trotz vorheriger Grundimmunisierung noch zweimal (am Tag des Bisses und drei Tage später) mit Aktiv-Impfstoff nachgeimpft werden. Durch die Impfung vor der Reise entfällt die Gabe eines (aus Spenderblut im Reiseland hergestellten) Immunglobulins, das unter Umständen nur mit einer zeitlichen Verzögerung zu bekommen ist. Für Langzeitschutz: 4. Injektion nach 1-2 Jahren durchzuführen.

*** Benutzte Medikamente und Tests sind hinterher durch den Reisenden zu ersetzen (Preisliste siehe Reiseapotheke Liste).