Nicht jede dieser Maßnahmen ist für jeden Menschen gleich sinnvoll. Gesunde Ernährung kann für jeden Menschen abhängig von seinen Genen anders aussehen. So gibt es z.B. Menschen, für die Olivenöl nicht grundsätzlich gesund ist. Andere wiederum können Eier oder Salz unbedenklich essen. Besonders bei den Medikamenten gibt es gravierende Unterschiede von Mensch zu Mensch, die durch Polymorphismusdiagnostik heute aufgedeckt werden können. Auch Umweltbelastungen werden individuell unterschiedlich toleriert.
Im allgemeinen "erwischt" es uns nicht plötzlich mit Krebs, sondern wir produzieren chronische Erkrankungen im Verlauf von vielen Jahren. Das gleiche gilt für praktisch alle sog. Zivilisationskrankheiten: Herz-Kreislauf-Krankheiten, Herzinfarkt, Hypercholesterinämie, Alzheimer, Schlaganfall, Demenz, Diabetes, degenerative Erkrankungen, Arthritis, Arthrose, Depression, Osteoporose und andere.
Durch Prävention können wir das "Schicksal" aktiv beeinflussen, bevor es zu spät ist. Prävention ist die wichtigste Säule der Bekämpfung von chronischen Krankheiten!
Prävention bedeutet mit Sicherheit nicht, sich von einer Diät zur nächsten zu hungern, oder sich bis zur Erschöpfung beim Joggen abzuquälen.
Jede Art der Übertreibung, auch mit gesündesten Maßnahmen, wird ihr Körper mit Gegenreaktionen oder sogar Krankheit beantworten.
Die beste Präventionsmaßnahme ist diejenige, die Sie auch wirklich umsetzen, weil sie Ihnen Spaß macht, weil sie Sie nicht belastet und daher dauerhaft durchzuhalten ist.
Warum Prävention? Für ein paar Jahre mehr im Altersheim? Absolut nicht!
Es geht eher um die Erhaltung der Lebensqualität mit zunehmendem Alter, und die kann man durch präventive Maßnahmen praktisch garantieren.
Sehen Sie sich mit 70 Jahren: immobil, senil, dement, fragil, depressiv und abhängig - oder sportlich, agil, am Leben teilhabend, beschäftigt und aktiv, bewundert, sexuell aktiv, unbahängig und mobil? Es liegt an Ihnen. Investieren Sie jetzt in ihren Lebensstil und verhindern Sie Krankheiten, bevor diese "zuschlagen". Identifizieren und Vermeiden Sie schädliche Einflüsse. Diese können sich, selbst wenn sie alleine ungefährlich sein sollten, in der Summe in ihren negativen Wirkungen potenzieren.
Aus der Individualität jedes Patienten ergibt sich, dass auch Präventionsmaßnahmen individuell eingesetzt werden müssen.
So gibt es Maßnahmen mit gegenteiligen Effekten, je nach genetischem Profil:
| Responder | Non-Responder |
Mediterrane Diät | positiver Effekt auf HDL/LDL | negativer Effekt auf HDL/LDL |
Salz | erhöht Blutdruck | kein Effekt auf Blutdruck |
Stress | Gewichtszunahme | Gewichtsabnahme |
Sport | Leistungszuwachs | keine Steigerung |
Medikamente | Wirkung | Nebenwirkungen |
Es gibt viele solcher Beispiele, die erst durch die Gen-Polymorphismen erklärt werden können.
In jeder Familie gibt es bestimmte Tendenzen z.B. für Diabetes, Rheuma, Krebs, Herzinfarkt, Adipositas, Demenz, Osteoporose und andere, aber auch gute Eigenschaften wie beispielsweise Langlebigkeit. Welche davon haben sie geerbt? Wie können Sie sich schützen?
Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie selbst z.B. einen Schlaganfall oder Prostatakrebs bekommen, wenn es davon schon bei Familienmitgliedern Fälle gab? Wir haben die Möglichkeit, für einige Erkrankungen ihr individuelles Risiko zu berechnen. So können Sie sich auf Präventivmaßnahmen konzentrieren, die für Sie am sinnvollsten sind, um Ihre Gesundheit optimal zu schützen. Eine eingehende Untersuchung, einige Labortests, Ihre Familienanamnese und die Gen-Analyse Ihrer DNA-Polymorphismen (Erklärung unter "Ihre Gene") geben Ihnen ziemlich genauen Aufschluss über Ihre persönlichen Risiken. Die Analyse Ihrer Umwelt und Ihres Lebensstils zeigt Ihnen dann realistische Wege, wie Sie diese Risiken verringern können.
Präventive Maßnahmen umfassen nach neuesten Erkenntnissen folgende Gebiete:
Zu den einzelnen Maßnahmen gehören unter anderem:
Ziel der sekundären Prävention ist es, die Sanierung vorhandener Erkrankungen um Folgeerkrankungen zu verhindern oder deren Ausbruch zu verzögern.
Der sekundären Prävention kommt seit langem ein hoher Stellenwert zu, da es sich zumeist um Maßnahmen mit eindeutig bewiesenem Präventionspotenzial handelt. Dies ist bei Folgeerkrankungen leichter nachzuweisen als bei spontanen Erkrankungen.
So wissen wir, dass schlecht eingestellter Diabetes in Übergewicht, Mikroangiopathie, Durchblutungsstörungen, Neuropathie und anderem resultiert. Adipositas führt oft zu vermehrten Krebsneigung, Arthrosen, Depressionen etc. Eine nicht ausgeheilte Grippe kann zu Kardiomyopathie und zu Herzrhythmusstörungen führen. Hier lassen sich hunderte von Beispielen für praktisch jede akute und chronische Erkrankung anführen.
Neben der konsequenten schulmedizinischen Behandlung der primären Erkrankung sind meist begleitende Präventivmaßnahmen möglich, die ggf. die Einsparung von Medikamenten ermöglichen oder darüberhinaus Folgeschäden effizient verhindern.
Zudem verfügen wir heute über Möglichkeiten, die Medikamente zu optimieren. Ein genetischer Test gibt uns zuverlässig Auskunft, welche Medikamente bei Ihnen besser wirken als andere (sehen Sie hierzu auch unter Ihre Gene).
Sekundärprävention wird in Deutschland oft in Rehabilitationskliniken angeboten. Die ernstgemeinte Sekundärprävention geht jedoch über einen kurzen Klinikaufenthalt weit hinaus. Im Gegenteil, sie muss zuhause unter normalen Lebensbedingungen erfolgen und wird nur dann präventiv sein, wenn sie Bestandteil des täglichen Lebens geworden ist. Dazu muss der Arzt Ihnen als Patient häufig über die Schulter schauen und Ihre häusliche und berufliche Situation kennen. Es geht uns um deutliche Verbesserung Ihrer gesundheitlichen Situation und nicht um Kosmetik und oberflächliche Schönfärberei.
Die Früherkennung von Erkrankungen bedeutet oft deren Prävention oder Verzögerung oder beschleunigte Heilung. Dabei spielen wichtige Rollen:
Dagegen halten wir nicht viel von Ganzkörper-MRI Scans oder Computertomographie des gesamten Körpers. Die Strahlenbelastung ist entgegen der Aussagen der Befürworter relativ hoch und die frühe Aufdeckung vieler Erkrankungen oft nicht möglich.
Die richtigen Labortests:
Nicht selten findet Ihr Arzt trotz Beschwerden nichts Auffälliges in den Routinetests. Die Auswahl der richtigen Labortests ist natürlich entscheidend dabei. Labortests spielen bei der Früherkennung von vielen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Oft ist es jedoch entscheidend, dass die richtigen Parameter bestimmt werden. Bei der Vielzahl neuer Tests tendieren Ärzte dazu, sich auf diejenigen Untersuchungen zu beschränken, die sie gut kennen, auch wenn diese nicht mehr dem neuesten Stand der Medizin entsprechen. Neue und oft viel bessere Tests werden in der Regel nur sehr selten und von Spezialisten des jeweiligen Faches eingesetzt. (Beispiele: Insulin-Belastungstest, Legionellen-Schnelltest u.v.a.).
Das Spektrum meiner Laboruntersuchungen und meine Laborprofile gehen weit über das in Deutschland übliche Spektrum hinaus. Für manche Tests existiert weltweit nur ein einziges hochspezialisiertes Labor. Nicht viele Ärzte in Deutschland kennen die dort angebotenen Untersuchungen und auch die Laborärzte haben nicht immer Zugriff darauf, da sich für sie nur Tests lohnen, die in großer Anzahl durchgeführt werden.
Außerdem führe ich selbst eine Reihe von Schnelltests in der Praxis durch. Schnelldiagnostik bedeutet immer auch frühzeitige Diagnostik und kann bei manchen Erkrankungen (Malaria, Legionellose, Pneumokokken-Pneumonie) sogar lebensrettend sein. Diese Tests werden dennoch in Deutschland nur selten eingesetzt, da sie vom Patienten selbst bezahlt werden müssen und relativ teuer sind: So kostet etwa ein Malariaschnelltest je nach Malariaart zwischen 50.- bis 80.- EUR. Frühzeitige Erkennung von Rheuma in den ersten drei Monaten nach Auftreten erster Antikörper ist entscheidend für den Behandlungserfolg und das Fortschreiten der Erkrankung.
Folgende Erkrankungen und Parameter können bei mir sofort getestet werden:
Infektionen
Entzündungen
Blutgerinnung
Herzinfarkt und Arteriosklerose
Krebs
Stoffwechsel
Weitere Laborparameter außerhalb der üblichen Routine
Außerdem führe ich die folgenden technischen, nicht-invasiven Untersuchungen durch: