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Nahrungsmittelunverträglichkeit, Nahrungsmittelintoleranz, Pruritus ani: zunehmende Phänomene

Die Vielzahl an Zusatzstoffen in unserer künstlich erzeugten Nahrung ist furchterregend. Täglich werden neue Chemikalien gefunden, die in keiner Liste erscheinen und oft Lebensmitteln zugesetzt werden. Nur die Spitze des Eisbergs, bei der es zu schwersten Gesundheitsproblemen kommt, wird bei Aufdeckung aus dem Verkehr gezogen. bei der Masse an Zusätzen bleiben moderate Gesundheitsprobleme unter dem Radar der Behörden.

Die Assoziation von leichter Krankheit und Auslöser ist bei unbekannten Chemikalien ungeheuer schwierig.

Mir fällt in meiner Praxis ein wachsendes Problem auf, das auf einen Zusammenhang zwischen Lebensmittel und Symptom hindeutet: Pruritus ani, Juckreiz am After.

Diese für viele Betroffene quälende und oft über Jahre bestehende Symptom ist zwar bekannt bei Hämorrhoiden und anderen Problemen am After (Fissuren, Fisteln, Wurmerkrankungen), diese fehlen aber heute regelmässig und eine Erklärung des Pruritus ani wird immer schwieriger. Auch psychische Faktoren, Stauung durch sitzende Tätigkeit, Diabetes sind ebenfalls Gründe für Pruritus ani (Juckreiz am After) aber auch diese sind oft auszuschliessen.

Auffallend ist in vielen Fällen der Wechsel zwischen Beschwerdefreiheit und Beschwerden, die manchmal schlagartig einsetzen, manchmal schleichend zunehmen. Änderung der Ernährung bringt immer nur zeitweise Erleichterung und Rückschlüsse was nun der Auslöser war gehen regelmässig ins Leere. Die sog. IgG Nahrungsmittel-Intoleranztests bringen oft noch verwirrendere Resultate, die nicht mit den Beobachtungen des Patienten übereinstimmen. Identifizierte Intoleranz gegen bestimmte Lebensmittel kann der Patient nicht mit dem Symptom Juckreiz am After nachvollziehen und umgekehrt.     

Dies treibt die Patienten in die Verzweiflung, da bisher noch keine Lösung in Sicht scheint. Viele Cremes und Medikamente sind auch oft nur kurzfristig wirksam und langfristig eher schädlich und sensibilisierend und daher besser zu vermeiden. Es geht darum die auslösenden Faktoren zu finden oder die Gesetzmässigkeit des Wiederkehrens des Pruritus ani.

Die einzige Chance, die sich diesen Patienten aus meiner Sicht bietet, ist die Sammlung des Wissens und der Beobachtungen in einer Praxis wie meiner, wo sich viele dieser Patienten finden und das "neue Wissen" zusammengefasst und ausgewertet wird. Dadurch wird es mir möglich, manchen Patienten für immer zu helfen.