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Malaria und Beratung rund um Malaria - Ein Schwerpunkt meiner Tropenpraxis
Ich befasse mich mit Malaria seit 25 Jahren und unterscheide mich in einigen Empfehlungen wesentlich von vielen Tropenmedizinern in Deutschland und der deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin.
Einmal dadurch, dass ich Doxyclin öfter verschreibe, wenn eine Prophalxe nicht vermieden werden kann. Die Gründe sind:
- Bisher keine Resistenzen bei prophylaktischem Einsatz durch Doxycylin
- Doxicyclin ist um ein Vielfaches billiger als andere Malariamittel
- Bis 1 Tag vor Reise ist eine Prophlaxe mit Doxycyclin sinnvoll
- Das extrem breite Wirkspektrum von Doxycyclin hilft nicht nur gegen Malaria, sondern andere Infektionen
- Gute Verträglichkeit und wenn Nebenwirkungen auftreten, sind diese meist harmlos und reversibel und sogar bei bestimmten Menschen vorhersehbar
- Doxycyclin ist in England, Australien, Kanada, USA und allen Malaria-Endemiegebieten zur Malariaprophylaxe zugelassen
Zum anderen unterscheide ich mich dadurch, dass ich 1997 ein Konzept entwickelt habe, dass vielen Reisenden die Malaria-Prophylaxe mit zum Teil erheblichen Nebenwirkungen völlig erspart und trotzdem sicher ist.
Dies bedeutet anstelle der Malariavorbeugung durch prophylaktische Einnahme von Tabletten gegen Malaria vor und während der Reise, die Einnahme dergleichen Medikamente, z.B. Mefloquin, Lariam, Malarone, Chinin, Artemether oder Riamet erst im Falle einer tatsächlichen Infektion bei Aufenthalt in einem Malariagebiet. Die Infektion kann bei ersten Anzeichen von Fieber mittels eines einfachen Schnelltests, vergleichbar den bekannten Schwangerschaftstests, zuverlässig vor Ort nachgewiesen werden. Nur im Falle einer tatsächlich nachgewiesenen Infektion mit Malaria nimmt man dann die richtigen Medikamente für die jeweilige Malaria-Infektion. Dies muss ja nicht grundsätzlich die schwerste Malaria tropica sein, sondern die in vielen Gebieten häufigere Malaria tertiana. Hunderttausende von Reisenden nehmen Jahr für Jahr Medikamente gegen Malaria ein, ohne dass sie jemals mit Malariamücken und Malariaerregern in Berührung kommen und gar keinem echten Malariarisiko ausgesetzt sind oder nehmen Malariamedikamente ein, die bei dem vorhandenen Malariatyp im jeweiligen Reisegebiet schlichtweg falsch sind.
Unser Vorgehen hat einerseits den Vorteil, daß man sich die zum Teil erheblichen Nebenwirkungen der Malariaprophylaxe erspart. Dies ist insbesondere wichtig für Reisende, die öfter in Malariagebiete reisen, z.B. aus beruflichen Gründen wie Airline Crews, Reiseleiter und Vielflieger, aber auch für Reisen in Gebiete, in denen Malaria nicht ganzjährig vorkommt oder nur sehr selten oder in Varianten, die durch eine Malariaprophylaxe nicht oder nur in einigen Fällen verhindert werden (z.B. eine Malaria quartana und Malaria tertiana mit längerer Inkubationszeit als die Dauer der Einnahme der Prophylaxe, oder bei Malariaresistenz). Ein weiterer Vorteil ist, dass unser Vorgehen von Anfang an eine gezielte, auf den Malaria-Typ abgestimmte Therapie mit den richtigen Medikamenten (bei einer Malaria tertiana oder quartana wäre dies in der Regel das so gut wie nie eingesetzte Chloroquin bzw. Resochin oder auch einmal Primaquin) zulässt. So ist ein späterer Rückfall mit dieser Infektion von vornherein seltener, während einem dies bei einer Malaria-Prophylaxe unter Umständen passieren könnte.
Malariatest bei unklarem Fieber während der Reise und bei Reiserückkehrern
Bei unklarem Fieber kommt es manchmal darauf an, schnell zu sein. Als Entwickler des MalaQuick Tests arbeite ich schon seit vielen Jahren mit Schnelltests für Malaria und andere Infektionen und kann Ihnen oft schon nach 15 Minuten in meiner Praxis eine Diagnose nennen oder ausschließen.
Der Malaria-Selbsttest wurde von einigen Tropenmedizinern besonders in Deutschland immer kritisiert. Die Gründe:
1. Ein Blutstropfen ist für den Reisenden schwierig zu gewinnen.
2. Ein Patient kann trotz negativem Test dennoch mit Malaria infiziert sein
3. Er verzögert ggf. die Einnahme eines Malariamittels mit möglichen fatalen Folgen
Unser Kommentar dazu:
Zu 1.
Die Millionen Diabetiker weltweit, die sich täglich selbst testen, sind ein überzeugendes Gegenargument. Sich in den Finger zu stechen lässt sich lernen.Bilden Sie sich am besten selbst ein Urteil in unserer Praxis wie einfach der Test durchzuführen ist. Schwangerschaftstest haben auch ein hohes Akzeptanzniveau und sind oft früher positiv als es der Frauenarzt sagen kann.
Zu 2.
Dies trifft auch für andere Diagnoseverfahren zu. Kein Verfahren ist 100%. Die Empfindlichkeit des Malariatests ist denen in Labors ebenbürtig. Es kommt immer darauf an, einen negativen Test in möglichst kurzen Abständen bei Malariaverdacht zu wiederholen, bis eine Infektion sicher bewiesen oder ausgeschlossen ist.
Zu 3.
Dieser Punkt würde durch wiederholtes Testen abgeschwächt, ist jedoch prinzipiell richtig. Allerdings: Die Alternative die die Testkritiker vorschlagen, ist jedoch nichts anderes als: Nimm bei jedem Fieber während eines Tropenaufenthalt Malariatabletten ohne Verzögerung ein. Dieses Vorgehen hat viele Nachteile denn es bedeutet, die Nebenwirkungen völlig zu ignorieren. Zudem, was passiert, wenn dadurch andere Infektionen nicht rechtzeitig erkannt werden, weil immer erst eine Malaria angenommen wird. Was passiert wenn man ein zweites Mal während der Reise Fieber bekommt? Was passiert, wenn das Medikament nur gegen Malaria tropica, aber nicht hundert prozentig gegen die anderen Malariaformen wirkt? Was , wenn es sich um eine resistente Malaria tropica handelt und der Reisende annimmt, er hat sich doch keine Malaria geholt, weil die Selbstmedikation nicht wirkt und er keinen diagnostischen Nachweis mehr erbringen kann?
Malariatest zur Sofortdiagnose durch den Reisenden
Der Malaria-Test für die Reiseapotheke: Zwei auf einen Streich
In fünf Minuten haben sie Gewißheit. Er ist kaum größer als eine Scheckkarte und sieht nicht gerade wie ein Präzisionsinstrument aus. Doch wenn es darauf ankommt, rettet er den Urlaub und vielleicht sogar das Leben: „MalaQuick Kombi“, der neue Malaria-Selbsttest für Reisende. Anders als sein Vorgänger kann er nicht nur einen, sondern zwei verschiedene Erreger erkennen: Plasmodium falciparum, der die gefährliche Malaria tropica auslöst, und Plasmodium vivax, den Verursacher der derzeit zweithäufigsten Malaria tertiana.
Der boomende Ferntourismus fordert seinen Tribut. Jährlich erkranken schätzungsweise einige tausend Deutsche an Malaria. Eine Krankheit, die heilbar ist - sofern sie rechtzeitig behandelt wird. Bei verdächtigen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen erlaubt das Minilabor im Reisegepäck eine zuverlässige und schnelle Selbstdiagnose. Für den Nachweis genügt ein Tropfen Blut aus der Fingerbeere. Bereits nach fünf Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden. Ist im Sichtfenster lediglich eine rosa Kontrolllinie zu erkennen, bedeutet das Entwarnung. Der Test sollte zur Sicherheit nach 12-24 Stunden wiederholt werden, falls weiterhin Symptome bestehen. Bei zwei oder drei Linien muß dagegen umgehend ein Arzt aufgesucht oder das mitgebrachte Notfall-Medikament eingenommen werden.
Letzteres empfehlen Tropenmediziner zunehmend anstelle der üblichen Malaria-Prophylaxe. Die Vorteile dieser Standby-Therapie liegen auf der Hand: Die vorbeugende Einnahme von Malariamitteln bietet keinen hundertprozentigen Schutz, setzt aber den Reisenden belastenden, zum Teil schweren Nebenwirkungen aus. Bei der Standby-Therapie wird das Medikament nur im Ernstfall eingenommen. Der zuvor durchgeführte Test verhindert eine vorschnelle und ggf. unnötige Einnahme hoher Dosen dieser Substanzen. Zudem existieren für diesen Ernstfall mehrere Alternativen und neuentwickelte Medikamente mit zum Teil weniger Nebenwirkungen als den gängigen Prophylaxemitteln. Außerdem ist es wichtig zu wissen, um welche Malaria es sich im Erkrankungsfall handelt, da die Therapie für die verschiedenen Arten unterschiedlich ist. Andernfalls riskiert man bei „blinder“ Einnahme von Malariamitteln ein Versagen der Therapie und die Möglichkeit von Rückfällen noch Monate nach dem Urlaub.
Der MalaQuick Kombi funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie ein Schwangerschaftstest: Mit Hilfe spezieller Antikörper weist er lösliche Eiweißstoffe nach, die von infizierten roten Blutkörperchen freigesetzt werden. Dies gelingt in der Regel bereits bei ersten Symptomen - manchmal sogar schon, bevor die Parasiten im Blut mikroskopisch nachweisbar sind.
Gerade erfahrene Viel-und Fernreisende oder häufig beruflich exponierte Personen, wie Flugpersonal, Seefahrer und Entwicklungshelfer profitieren besonders von dieser Methode und greifen immer öfter darauf zurück. Sie wissen, daß heutzutage kein Mensch mehr an Malaria sterben müßte, wenn rasch diagnostiziert und behandelt wird. Die moderne Biotechnologie ermöglicht ihnen mit dem MalaQuick, auch abseits der üblichen Touristenpfade und unabhängig von zum Teil fragwürdigen hygienischen Verhältnissen medizinischer Einrichtungen vor Ort, den Ausschluß oder die Bestätigung einer Malaria. Angesichts der zunehmenden Häufigkeit von fieberhaften Infektionen in den Tropen, wie z.B. dem Denguefieber, welches ohne Labortest von einer Malaria kaum zu unterscheiden ist, gewinnt das pragmatische Standby-Vorgehen mehr und mehr an Bedeutung. Die Empfindlichkeit dieser neuen molekularbiologischen Methode genügt auch hohen Anspruchen außerhalb der „Westentasche“ eines Reisenden, wie der wachsende Einsatz des MalaQuick in unseren deutschen Kliniken und Praxen zeigt. Dort nämlich war die diffizile Malariadiagnostik bisher immer nur den Spezialisten unter den Laborärzten und Tropenmedizinern vorbehalten und daher nur an entsprechenden Zentren durchführbar.

