Der Lebensstil bzw. die Lebensbedingungen sind in dem Rahmen, den uns unsere Gene vorgeben, die einzigen weiteren Determinanten unserer Gesundheit. Ggf. kann unser Lebensstil den genetischen Rahmen sogar bestimmen, indem durch bestimmtes Verhalten Gene an- oder abgeschaltet werden können. Bei vielen Erkrankungen wo die Gene praktisch keine Rolle spielen, ist der Lebensstil alleine verantwortlich. Das bedeutet, dass wir unser "Schicksal" zum großen Teil doch aktiv beeinflußen können, wenn es um unsere Gesundheit geht.
(siehe dazu auch Proteom-Diagnostik. Beispiel: Gene können mit Aspirin angeschaltet werden. Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sie einzelne Gene von Bakterien während einer Infektion mit Aspirin anschalten können. 15.10.2007).
Der Lebensstil eines jeden Menschen wird geprägt von der Bedeutung die bestimmte Grundbedürfnisse für ihn haben.
Grundbedürfnisse
Der Lebensstil lässt sich aufgliedern in die folgenden Bereiche, die ich als Grundbedürfnisse der meisten Menschen ansehe. Allerdings kann es hierbei große Unterschiede bei der Bedeutung zwischen verschiedenen Kulturen aber auch Angehörigen des gleichen Kulturkreises geben. Das Alter ist ein ganz entscheidender Faktor dabei.
Primäre Grundbedürfnisse
Sekundäre Grundbedürfnisse
Nur wenn man sich mit all diesen Grundbedürfnissen halbwegs im Einklang und in Balance befindet, ist von einem langfristig gesunden Lebensstil auszugehen. Ist eines oder mehrere dieser Grundbedürfnisse über längere Zeit nicht abgedeckt, oder wird ggf. exzessiv (z.B. im Sinne einer Sucht) betrieben, so kann eine Gesundheitsstörung resultieren. Jüngere sind besonders betroffen, deswegen, weil bei ihnen die Abhängigkeit von ihren eigenen Endorphinen viel ausgeprägter ist als bei Erwachsenen.
Was sagt die Wissenschaft:
Gesunde Lebensweise lohnt sich. Auch mit 70 Jahren sollte sich ein Mann noch um seine Gesundheit bemühen. Er hat dann gute Chancen, seinen 90. Geburtstag zu erleben.27.03.2008
Auch in Deutschland steigt die Zahl älterer Männer. Viele von ihnen fragen sich, was sie tun müssen, um ihr Leben zu verlängern beziehungsweise ob sie überhaupt noch Einfluss darauf haben. Eine gute Nachricht kommt jetzt aus den USA. Dort hat eine Studie gezeigt, dass man auch als Mann mit 70 Jahren noch vieles selbst in der Hand hat.
Dies bewiesen 2.357 gesunde Männer, die an der „Physicians' Health Study (PHS)“ teilnahmen. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 72 Jahren. Zu Beginn der Studie im Jahre 1981 füllten sie einen Fragebogen aus, in dem sie detailliert Auskunft gaben über ihren Lebensstil, auch was die gesundheitlichen Faktoren anbelangt wie etwa Rauchen, Übergewicht und anderes. Diese Befragung wurde jährlich wiederholt.
970 dieser Männer (41 Prozent), erlebten ihren 90. Geburtstag. Als man die Lebensdauer mit den zuvor ausgefüllten Fragebogen verglich, zeigte sich, dass es eine Reihe von Risikofaktoren gibt, die das Mortalitätsrisiko erhöhen. Dazu gehört zum Beispiel das Rauchen, das das Mortalitätsrisiko um das 2,1-fache erhöht. Auch Diabetes mellitus verkürzt das Leben, mit einer 1,8-fach höheren Wahrscheinlichkeit. Übergewicht erhöht das Risiko nur um das 1,4-fache und Bluthochdruck um das 1,3-fache. Wer sich regelmäßig bewegt oder sogar Sport treibt, kann sein Mortalitätsrisiko dagegen um bis zu 30 Prozent senken.
Ist ein Mann 70 Jahre alt und raucht nicht, hat keinen Diabetes mellitus, kein Übergewicht und keinen hohen Blutdruck und sitzt er auch nicht bloß zuhause herum, dann hat er eine 54prozentige Chance, auch noch seinen 90. Geburtstag zu erleben. Sind zwei dieser genannten Faktoren negativ, sinkt die Chance auf 36 Prozent. Sind aber alle der genannten Faktoren ungünstig, liegt die Chance auf einen 90. Geburtstag bei lediglich vier Prozent.
MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2008, Vol. 168, S. 284-290
Lifestyle und Kardiologie: Umstellung des Lebensstils oft wichtiger als Tabletten. Neue Leitlinie zur Prävention von Herz- und Kreislauferkrankungen unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ist verabschiedet. 05.12.2007
Die Natur hat uns mit einem nicht perfekten Körper ausgestattet, angelegt auf optimale Gesundheit für ca.30 Jahren, gerade soviel wie zur Erhaltung der Art notwendig ist.
Bis dahin funktionieren natürliche Mechanismen zum Schutz unserer Gesundheit meist einwandfrei. Danach folgt ein kontinuierlicher Abbau. Ab einem bestimmten Zeitpunkt, der für jeden Menschen unterschiedlich ist, nimmt der Schutz ab und unsere Zellen sterben oder mutieren zu Krebszellen. Dies ist unausweichlich, jedoch hinauszuzögern.
Unser "Lifestyle" entscheidet wesentlich darüber, wie lange wir mit unseren jeweiligen Genanlagen unsere Gesundheit erhalten. Es ist heute der Mehrheit der Menschen bei Geburt möglich, unabhängig von schlechten oder guten Genen bis weit über 90 Jahre gesund zu altern. Das An- und Abschalten von guten und schlechten Genen scheint über den Lebensstil beeinflussbar zu sein und ist über die Proteomdiagnostik sogar messbar. In jedem Fall kann man durch entsprechenden Lebensstil soviel Schaden anrichten, dass man bereits als junger Erwachsener auf einem Weg ist, der Jahrzehnte früher in Krebs oder einer anderen Volkskrankheit mündet.
Es gibt keinen zu frühen Zeitpunkt für einen gesunden Lebensstil.
Was machen nun die gesunden Hundertjährigen? Es sind nicht immer nur Asketen. Im Gegenteil, die älteste Frau, Madame Calment war bis 120 starke Raucherin. Welche Mechanismen haben sie vor den Schäden durch Rauchen geschützt?
Erst das Wissen, wie schädigende Faktoren auf der biochemischen Ebene unseres Körpers wirken, hat uns ermöglicht überhaupt zu identifizieren, wogegen wir uns schützen müssen. Freie Radikale, Entzündungsprozesse, Glykolisation, Methylierung, Acetylierung, Polymorphismen, Punktmutationen und einige andere sind die Vorgänge, die dabei eine Rolle spielen.
Langlebigkeitsgene wurden identifiziert. Ohne den entsprechenden Lebensstil werden diese jedoch nicht ausgeschöpft.
Die präventive Medizin hat zum Ziel, schädigende Vorgänge zu entschärfen. Neben den wohl am schwierigsten zu beeinflussenden Lebensgewohnheiten (z.B. Rauchen), geht es dabei zunehmend um Schadensbegrenzung durch Erhöhung der anti-oxidativen Kapazität, Mobilisierung der Hormon- und Funktionsreserven des Organsimus durch unsere Schutzwerkzeuge und eigenen regenerativen Prozesse: Antioxidantien, Vitamine, Spurenelemente, Hormone, Antikörper, Interleukine und viele andere. All diese stellt unser Körper in der Regel in ausreichender Menge selbst her. Sollte dies in besonderen Situationen nicht der Fall sein, so kann man den Körper oft so stimulieren (z.B. durch Medikamente), dass er dies korrigiert. Die Selbstheilungskraft und Regenerationsfähigkeit unseres Körpers zu nutzen und das Bestreben unseres Körpers in Balance mit seiner Umwelt zu kommen, ist häufig die effektivste Medizin.
Die Lifestyle Medizin geht über den Ansatz der präventiven Medizin sogar hinaus. Sie versucht den Lifestyle als Therapie einzusetzen und z.B. bestimmte Verhaltensweisen wie Medikamente zu verordnen: z.B. Bewegungseinheiten in bestimmter Dosierung zu rezeptieren.
Die Änderung des Lifestyles setzt zuerst eine Analyse voraus. Selbst bei offensichtlichen Problemen und fehlerhaftem Verhalten wird eine anhaltende Änderung des Lebensstils nur dann erreicht, wenn die Motivation des Patienten von intrinsischen Faktoren unterstützt wird und nicht ständiger extrinsischer Anreize bedarf. Angst vor den Auswirkungen ist dabei initial oft geeignet aber langfristig nicht motivierend. Mit tragbaren Lebesnstilmonitoren erreicht man ebenfalls in der Anfangsphase recht gute Verstärkung von Erfolgserlebnissen und positive Motivation. Für längerfristige bzw. dauernde Änderung des Lebensstils bedarf es allerdings oft einer völligen Neueinstellung der Lebensphilosophie eines Menschen.
Um dies zu erreichen, bieten wir Lifestyle-Seminare über zwei Tage in München, London und Kopenhagen, sowie über fünf Tage weltweit an geeigneten Orten.
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Gesundheit ab einem bestimmten Alter ist meist kein Zufall, sondern das Resultat der Lebensführung kombiniert mit genetischen Eigenschaften. Nur auf gute gene zu setzen ist unsicher. Gesundheit muss sich der Mensch rechtzeitig "erarbeiten". Dennoch muss der Lebensstil vereinbar sein mit einem normalen Leben in dem jeweiligen Kulturkreis und der jeweiligen Umgebung, die man nicht ändern kann. Den einen richtigen Lebensstil gibt es nicht und daher muss auch Lifestyle moderat verordnet werden und darf nicht in einen Lifestyle Fanatismus ausarten.