Ein einfacher Gentest kann das Risiko für Krebs, Herzerkrankung und Alzheimer voraussagen. Wollen Sie es wirklich wissen?
Eine Patientin wägt ab:
Ich wollte wissen, wie hoch mein Risiko für Brustkrebs ist, da meine Mutter daran starb.
Die meisten Freunde dachten, ich wäre verrückt. Sie steckten wie Strauße ihre Köpfe in den Sand und sagten mir: "Wir wollen nicht einmal an Kranheiten wie Alzheimer oder Herzinfarkt denken, geschweige denn unser Risiko dafür kennen."
Aber ich konnte nicht widerstehen. Wissen ist Macht! Ich schickte den Tupfer mit einer Speichelprobe meiner Wangenschleimhaut ein. Ich musste einfach wissen, wie hoch mein Risiko für Brustkrebs und Thrombosen (mein Vater verstarb daran) und Alzheimer ist (niemand in der Familie leidete daran, aber man kann nie wissen).
Warum?
Der Grund ist: Wenn man weiß, für welche Erkrankungen man ein hohes Risiko hat, kann man etwas dagegen unternehmen, bevor es zu spät ist oder das Risiko wenigsten minimieren. Das ist man sich und seinen Angehörigen wert! Man ist nun mal menschlich und macht nur etwas unter einem gewissen Druck. Jeder weiß doch, dass Sport und fit sein gesund ist und rauchen ungesund.
Aber nur, wenn du herausfindest, dass du eine Risiko für Herzinfarkt hast, dann reißt du dich zusammen und gehst schwimmen, joggen und isst so gesund, wie du kannst. Bei einem Risiko für Thrombosen musst du in den sauren Apfel beißen und die unbequemen Strümpfe tragen, Rauchen aufgeben, auf Langstreckenreisen Blutverdünner nehmen und Alternativen zur Pille erwägen.
Brustkrebs? Dann nimm am Screening-Programm teil. Je früher man ihn entdeckt, desto besser sind die Heilungschancen.
Osteoporose? Lass deine Knochendichte bestimmen und gehe zum Gewichtstraining bis ins hohe Alter. Warum nicht?
Die genetische Anlage für etwas zu haben heißt nicht, daran unwiderruflich zu erkranken! Bei SNIPS sind immer ein oder mehrere weitere Faktoren nötig, um die Krankheit auszulösen. Die Gene sind der ständig erhobene Zeigefinger, eine permanente Warnung.
Alzheimer? Auch hier gibt es bereits Hinweise für präventive Lebensstilfaktoren. Und es wird in der Zukunft mehr davon geben. Vielleicht kann man den Prozess lange genug aufschieben, bis es einmal eine wirksame Therapie gibt?
Gentests sind ohne Zweifel die Zukunft. Das Gute daran ist, dass man nach dem Test genau weiß, auf was man sich bei seinen Maßnahmen konzentrieren muss. Manchmal können die Ergebnisse spektakulär, ja sogar sogar lebenswichtig sein, zum Beispiel wenn eine Therapie mit einem bestimmten Medikament bevorsteht und auch der Arzt ohne die Genanalyse nicht weiß, wie man darauf reagieren wird.
Außerdem kann man beruhigt sein, wenn man erfährt, dass man nicht die schlechten Gene von einem Elternteil, sondern die guten Gene hinsichtlich einer bestimmten Erkrankungen vom anderen Elternteil geerbt hat. Solange man nicht testet, weiss man es einfach nicht.
Ein Gentest kann eine gute oder schlechte Menopause voraussagen, oder ob man ein vielfach erhöhtes oder auch erniedrigtes Risiko für Krebs hat. Gentests bestimmen also nicht nur schlechte, sondern auch schützende Eigenschaften!
Alzheimer ist einer der großen Tests: Es gibt Gene, die ein 400 Prozent erhöhtes Risiko zeigen. Sind diese Gene jedoch nicht vorhanden, reduziert sich das Risiko dramatisch. Nicht jeder möchte das schon heute wissen.
Falls Sie ein bestimmtes erhöhtes Risiko für eine Krankheit erfahren, ist es immerhin noch möglich, sich dagegen gezielt zu versichern. Die Versicherungen haben keinen Einblick in diese Daten und sind auch gesetzlich daran gehindert, diese zu erheben oder zu verlangen.
Besonders wichtig ist der Bereich "Medikamente". Gentests können sagen, wie schnell oder langsam man bestimmte Pharmazeutika abbaut. Das beeinflußt die Nebenwirkungsrate und die Wirkung und Dosierung von praktisch allen Medikamenten. Wenn man die Substanz langsam abbaut, bleibt sie länger im Körper und man spürt eher Nebenwirkungen, da die Standarddosierung meist zu hoch ist. Ihr Arzt kann mit dieser Information die Dosis reduzieren oder auf ein anderes Medikament umstellen.
Umgekehrt kann der Abbau so schnell geschehen, dass die Therapie unwirksam ist. Dies erspart dem Patienten frustrierende Therapieversuche und eine verzögerte Heilung.
Weiterhin kann ein Gentest aufschlussreich sein für adoptierte Kinder, die nichts von dem medizinischen Hintergründen ihrer Familie wissen.
Gentests waren bisher sehr teuer. Innerhalb des letzten Jahres sind die Preise allerdings auf einen Bruchteil gesunken, micht zuletzt aufgrund der zunehmenden Anzahl an Tests, die durchgeführt werden. Die meisten Menschen wenden mehr Geld für das geliebte Auto, Kleidung, Reisen etc. auf als für sich selbst. Warum nicht für einen Gentest und die Gesundheit?
Wie Sie vorher gelesen haben, kann es lebenswichtig sein, seine Gene zu kennen. Besonders dann, wenn man verschiedene neue Medikamente verordnet bekommt.
Nahezu alle Erkrankungen werden durch die Gene beeinflußt. Ihre Gene statten Sie mit einem Set von Anlagen und Risiken aus. Ob sich diese irgendwann manifestieren oder ihr ganzes Leben stumm bleiben, hängt jedoch oft von zusätzlichen "äußeren" Faktoren ab.
Um allerdings zu wissen, mit welchen "relativen" Risiken Sie es einmal zu tun bekommen und was Sie wegen Ihrer individuellen "Schwachstellen" möglichst meiden sollten, müssten Sie Ihren Gentyp und Ihre Polymorphismen kennen.
Die meisten Menschen kennen ihre Gene nicht, da es bis vor kurzem relativ teuer war, die bekannten Mutationen zu testen. Dies ist nun absolut erschwinglich (die wichtigsten genetischen Polymorphismen oder sog. SNIPS können Sie bereits ab etwa 250.- EUR testen. Und immer mehr Menschen möchten gerne wissen, was sich in ihren Genen verbirgt. Dazu ist lediglich eine Speichelprobe notwendig.